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Astrologie-Praxis

Helmut Aden
Dr.-Reil-Weg 1
26789 Leer

0491 / 66828

Astrologie und Religion

Die Kunst der Sterndeutung steht heute im Spannungsfeld zwischen Religion und Wissenschaft. Sie wird von beiden angezweifelt, als Aberglaube hingestellt, ja sogar aus kirchlichen Kreisen als Teufelswerk angeprangert. Dem war nicht immer so, denn die Beurteilung der Astrologie ist auch immer dem jeweiligen Zeitgeist unterworfen. Doch aus der Perspektive der Astrologie betrachtet, muss sie weder im Gegensatz zur Religion, noch zur Wissenschaft stehen. Ganz im Gegenteil  kann die Erkenntnis der Zusammenhänge zwischen himmlischen Konstellationen und irdischem Geschehen die scheinbar unüberbrückbaren Gegensätze zwischen Religion und Wissenschaft überbrücken helfen.

Im mythologischen Zeitalter

Die Wiege der modernen Astrologie stand im antiken Zweistromland, in einer Zeit, die durch das mythologische Bewusstsein geprägt war. Damals wurden die Himmelslichter als Götter verehrt und angebetet. Gut überliefert sind uns die Geschichten der Götter des antiken Griechenlands, die auf dem Olymp thronten. Ob sie sich liebten oder sich stritten war für die Menschen der damaligen Zeit ein Zeichen für die Ereignisse auf der Erde. Lagen z.B. Ares (röm. Mars) und Poseidon (röm. Neptun) im Clinch, was einem Spannungsaspekt der Planeten Mars und Neptun am Himmel entsprach, so musste  auf der Erde mit Unwetter gerechnet werden. Die Vergötterung der Sterne findet sich auch in allen anderen Kulturen der mythologischen Epoche, z.B. wurde die Venus bei den alten Germanen als Freya oder Jupiter als Donar  verehrt, was sich bis heute in den Namen der Wochentage erhalten hat (Freitag und Donnerstag).

Monotheismus

Mit dem Aufkommen der monotheistischen Buchreligionen (Judentum, Christentum, Islam) wurde das Ende des Sternenkultes eingeläutet. Dies erklärt die Ablehnung der Astrologie, wie sie in einigen Passagen des Alten Testamentes zu finden ist, doch richtet sich diese Ablehnung v.a. gegen die Form der Astrologie, wie sie im damals feindlich gesinnten Babylonien prak-tiziert wurde. In Folge dieser Entwicklung wurde Astrologie mehr und mehr zum Gegen-stand intellektueller Betrachtungen, dies insbesondere im antiken Griechenland mit dem Aufkommen der Philosophie und des rationalen Denkens. Das Verhältnis der monotheistischen Religionen zur Astrologie war stets ein zwiespältiges. Einerseits wurde sie abgelehnt oder bekämpft, auf dem Kirchenkonzil von Niceä 325 n. Chr. gar verboten, sollten die Menschen doch keinen eigenen persönlichen Zugang zur geistigen Welt haben. Dennoch wurde Sterndeutung auch von religiösen Würdenträgern und Gelehrten angewendet und weiterentwickelt.
Sinngemäß treffend äußerte sich der Kirchenlehrer Origenes im 3. Jh. n. Chr. : „Die Sterne wirken zwar nicht selbst, aber sie verkünden den Willen Gottes“. Auch im jüdischen Talmud finden sich Hin-weise auf die Anwendung der Astrologie. In der islamischen Welt erlebte sie sogar eine Blütezeit im Mittelalter. Auch in den anderen großen Religionen unserer Zeit im Hinduismus und Buddhismus spielt die Sternenweisheit nach wie vor eine große Rolle.

Okkult?

Aus kirchlichen Kreisen wird Astrologie häufig mit okkulten Praktiken in Verbindung gebracht, und damit in die schwarz-magische Ecke gedrängt. Aber was ist denn Okkultismus? Okkult (lat. „verborgen“) meint die Beschäftigung mit den nicht sichtbaren Bereichen der Wirklichkeit, das ist nicht schwarz-magisch. Siehe hierzu den ersten Korintherbrief 2, Vers 6-16 : „Die verborgene Weisheit Gottes“. In der Geschichte des Christentums hat astrologische Symbolik immer wieder eine große Rolle gespielt. Erinnert sei an zahlreiche Sakralbauten, wie Notre Dame, Chartres, der Dom zu Florenz, ja selbst im Vatikan  befinden sich entsprechende Darstellungen. Bedeutende Künstler haben astrologische Inhalte zum Ausdruck gebracht, man denke nur an Dante´s „Göttliche Komödie“ oder da Vinci ´s Bildnis des „Heiligen Abendmahls“, das auf genialste Weise die astrologischen Gesetze zur Darstellung bringt. Als weitere Persönlichkeiten, die ihre religiösen Überzeugungen nicht im Widerspruch zur Sternenweisheit sahen seien genannt : Thomas von Aquin, Paracelsus, Melanchthon, Goethe, Schiller und v.a..

Die Bibel

Bereits in der Schöpfungsgeschichte ist von den Zeichen am Himmel die Rede (Genesis 1, Vers 14). Der Prophet Daniel wurde zum Chef-Astrologen der Chaldäer ernannt (Daniel 5, Vers 11 ff.). Im Neuen Testament wird von den 3 Weisen (Astrologen) aus dem Morgenland berichtet, die dem Stern folgten. Jesus Christus selbst spricht von astrologischen Konstellationen : „Es werden Zeichen geschehen an Sonne, Mond und Sternen…“ (Lukas 21, Vers 25-26). Voller astrologischer Symbolsprache ist die Offenbarung des Johannes. Dass Astrologie und Religion keine Gegensätze sein müssen, lebt der Benediktiner-Mönch Gerhard Voss vor, nachzulesen in seinem Buch „Astrologie christlich.“

Die Sternenweisheit kann durch die Erkenntnis der Weisheit und Sphärenharmonie der göttlichen Schöpfung den Menschen zur Realität der geistigen Welt, zu Gott hinführen (per astra ad deum).


„Wahrheit ist das, was keiner glauben will"

George Bernard Shaw


Helmut Aden